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Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich in der Bahn saß, auf dem Weg zur Schule. Ich war 18 Jahre alt und alles wirkte so betäubend, unglaublich schön und außergewöhnlich. Die Stadt verschwamm vor meinen Augen. Es fühlte sich alles so umwerfend, aufregend und kraftvoll an. Alles war möglich. Ich wusste zwar nicht, wie ich für meine Meinung einstehen sollte, wie sich echte Liebe anfühlte, wie man mit Geld umgeht oder wie ich mich in meinem Körper wohl fühlen soll, aber ich konnte mir auch nicht vorstellen, wie ich das lernen sollte. Ich handelte impulsiv und instinktiv.
Wenn ich auf die letzten sechs Jahre meines Lebens zurückblicke, sehe ich all die unbändigen, furchteinflößenden, bizarren, verwirrenden, ermüdenden und unbezahlbaren Momente, die diese Zeit so unvergesslich machten.

Nun bin ich 24 Jahre alt und -sicherlich- wünschte ich, dass ich damals so Einiges besser verstanden hätte.
Es ist nicht von Bedeutung immer wieder zurück zu blicken – viel mehr, dass man lernt, seine Glieder auszustrecken und all die kleinen und umfangreichen Details aufnimmt, die das Leben bietet – all die ernüchternden Wahrheiten über die wir stolpern.
Und das ist so Einiges: Abschiede, auf die man nicht vorbereitet ist; Projektarbeiten, die zusammenschweißen; Beziehungen, die einen zerstörten und man sich selber nicht mehr wieder erkennt; typische Ärgernisse, die ein Studium so mit sich bringt; Aufnehmen kleiner Miezekatzen…

Obwohl ich mittlerweile gelernt habe, mit vielen Situationen richtig umzugehen, stolpere ich immer noch über die Ein oder Andere. Aber das ist das Interessante am Leben: man hört nie auf zu Lernen.
Hier sind 8 Ratschläge, die ich gerne an euch und mein 18 Jahre altes Ich richten möchte.

September 17, 2014

“Wie wollen wir denn nun sein: stark, schön und erfolgreich- oder edel, hilfreich und gut?”
(Juli Zeh, “Alles auf dem Rasen”)

Bist du zufrieden mit dir selbst ?
Ich? Puh … was genau bedeutet es denn zufrieden zu sein ?

Zufriedenheit ist gemäß dem Bedeutungswörterbuch des Duden: a) innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen, als man hat; b) mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen o. ä. einverstanden zu sein, nichts auszusetzen zu haben. Adjektivisch ist man zufrieden (etwa‚ mit sich und der Welt).
Das ist eine sehr starre Definition, laut der Zufriedenheit nahezu mit Stillstand gleichzusetzen ist. Meiner Meinung nach definiert dies jeder für sich selbst und legt dabei die Relevanz auf die jeweiligen Lebensbereiche fest.
Doch leider ist der Mensch nicht dafür gemacht zufrieden zu sein, denn immer will er Etwas, was er nicht bekommen kann oder was sich seiner Einflussreichweite entzieht. Er giert ständig nach mehr – sein Bedarf wächst unablässig.Was auch in den richtigen Lebensbereichen gewünscht und notwendig ist, um den drohenden Stillstand entgegenzuwirken.  Aber dennoch dürfen wir nicht vergessen, worauf es wirklich ankommt im Leben. Wir dürfen den Zeitpunkt nicht verpassen und zu uns selbst und der Welt sagen, dass wir zufrieden sind. Also haltet mal einen Moment inne und denkt darüber nach, ob ihr wirklich mit den gegebenen Umständen zufrieden seid.

Seid ihr momentan nicht zufrieden, dann habe ich hier 15 kleine Schritte, wie ihr vielleicht ein wenig zufriedener werden könntet: 

Die Globalisierung macht die Welt gleicher. Was bedeuten heutzutage Zugehörigkeit und Heimat ?

Damals -in früheren Zeiten- wurde Zugehörigkeit durch die Geschlossenheit von Orten garantiert. Orte wurden durch Architektur und Landschaft, durch die Menschen, deren Dialekte und Geschichten, Bräuche und Traditionen definiert. Sie waren mehr abgeschottet gegen äußere Einflüsse. Das bedeutete damals Heimat. Doch solch einen abgeschotteten Kleinkosmos gibt es heutzutage kaum noch. Doch das bedeutet nicht, dass die Idee “Heimat” verschwindet. Sie hat sich nur verändert. Angepasst.
Jeder entwirft sich seinen eigenen Kleinkosmos, indem er sich wohlfühlt und sein kann, wie er ist.

»In Zeiten der Globalisierung ist Heimat ein zeitlicher Begriff.«, sagt Reitz, Regisseur und Autor der Trilogie »Heimat«.

Guten Morgen, Montag.

Ach nee, nicht du schon wieder. Musst du denn immer so schnell wiederkehren?
Der Sonntag war doch so nett und schön.
Und jetzt stehst du wieder vor mir und willst, dass ich früh aufstehe, mir schnell Frühstück und  einen Kaffee reinzwinge, mir den ach so erholsamen Schlaf aus dem Gesicht wasche, zur Bahn renne und dann den mürrischen Menschen die Welt erkläre.
Viel lieber würde ich mich nochmal im warmen Bett wälzen und in aller Ruhe von den ersten Sonnenstrahlen geweckt werden, als von dem nervtötenden, schrillen Piepsen des Weckers, der einfach nicht mit seinem Geschrei aufhören will.

Wem von euch ergeht es auch so jeden Montag?

Hier sind ein paar Tipps, wie ihr euch diesen eher unbeliebten Tag ein wenig angenehmer machen könnt:

Hi, i exist.

Die beliebteste Frage in den letzten Tagen war Folgende: “Na, wie ist es denn so?”
Solche Fragen sind ja grundsätzlich mit Relativitätstheorien gleichzusetzen, es gibt einfach keine kurze Antwort.
Das versteht jeder, der schonmal am Anfang eines neuen Kapitels in seinem Leben stand.
“Und wie ist es?” ist die berühmte Gretchenfrage. Was kann man darauf antworten?

Um richtig zu antworten bräuchte man mindestens eine halbe Stunde Zeit. Schließlich müssen ja alle neuen Erfahrungen und Empfindungen abgedeckt werden. Dennoch bleibt es öfter bei einem “Es ist toll.”.  Will man dem Gegenüber ja keinen elendslangen Bericht mit jeder noch so kleinen Einzelheit antun.
Im Ernst, wie ist das so? Nach 4 Jahren Studium, in denen man so viel gesehen und gelernt hat? Nach so vielen Menschen, die einen Eindruck bei einem hinterlassen haben? Nach 23 Jahren wieder bei Null anfangen?

“Guten Tag, ich bin neu hier und es ist toll.” Ja, ich bin ein Neuling.

Nachdem der angenehm warme Kaffee seinen Weg in das Innere meines Körpers gefunden hat, von dort langsam seine weckende Wirkung entfaltet und ich meine Zähne von dem Schmutz der Nacht und eben diesem Kaffee gereinigt habe, setze ich mich auf unsere Couch und schreibe seit Ewigkeiten mal wieder.
Ich muss grinsen, wenn ich „auf unsere Couch“ lese. Aus zweimal „Ich“ wird „Wir“.
Es ist viel passiert. Ich hatte viel zu tun, deswegen habe ich ewig nichts von mir hören lassen.
Letzte Woche habe ich endlich meine Bachelorarbeit abgegeben. Ich mache 3 Kreuze, wenn das endlich erledigt ist.
Ich blicke mich in unserem Wohnzimmer um. Im Radio läuft „Sympathy fort the devil“ von den Rolling Stones. (USA 70’s Rock Channel ist der Beste!). Links und rechts von mir jeweils eine dösende Katze. Ich fühle mich unglaublich wohl.
Mai 12, 2014
“[…]Life wasn’t meant to be taken in large movements. The next day will inevitably arrive, you’ll sleep, and the moment will have passed. But when you have a hundred thousand small moments, you can step back and appreciate the picture a lot more than metaphorically blowing your load on some grand moment that, in all honesty, look, you’re not Bruce Fucking Springsteen, you’re not going to be able to blow everyone’s mind every single night. You’re not Romeo and/or Juliet. There’s no reason to drink the poison together in some flame-out gesture. So that leaves us with the small stuff. It’s all about the detail.
That’s what love is. Attention to detail.
[…] And I’ll tell you why you have to make the small things, the small moments count so much more:
You’ll remember the small things a lot longer than the big ones.
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Es ist Frühling. Strecke dich. Dreh auch dich mal und bewege deine Gliedmaßen.

Guten Morgen!Hast du gut geschlafen?                                           

Stell‘ mal nicht nur die Uhr eine Stunde vor, sondern stell dich auch mal vor den Spiegel. Kämme deine vom Schlaf zerzausten Haare. Wasch‘ dir das Gesicht.

Zufrieden? Hast du den Winter genossen? Sind deine Sommersprossen noch da?
Dreh‘ mal nicht nur an der Uhrzeit, sondern auch an dem Lautstärkeregler deines Radios. Tanz und spring, bis du außer Atem bist. Reiß dabei die Fenster weit auf und lass die Frühlingsluft in dein Zimmer. Siehst du die Menschen? Sie strömen nach draußen, angesteckt von den Sonnenstrahlen.

Ich versuche zu übersetzen. In ein Format, das ich verstehe.
Ich versuche dich zu übersetzen, aber wie bei allen großen Werken geht bei der Übersetzung ganz sicher etwas verloren. Weil Worte schon lange nicht mehr ausreichen. Zu viel Interpretationsspielraum.
 
Sowas wird es immer geben. Leerstellen, die unausgefüllt bleiben. Diese Momente, die nicht vollständig erfasst werden können. Diese Türen, die nur einen Spalt zu öffnen sind.
Und wahrscheinlich –ich versuche es zu glauben –  ist es auch gut so. Es gibt für alles einen Grund.
Und so wehen die Tage wie ein Lufthauch über die Wiesen. Und die Brisen tragen etwas von pulsierend fernen Welten und unentdeckten Gefühlen mit sich. Mein Kopf war voll vom grauen Rauch, der hartnäckig versuchte, mich vor Ort zu halten und nicht hinfort getragen zu werden. Ich will loslaufen. Nicht nur beim Alten bleiben, wo ich mich auskenne.
Wenn ich meine Gedanken ausräume, merke ich, dass ich mich aus dem Großteil der Gesellschaft auszäune. Sollte ich das bereuen oder einfach weiterträumen ?
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“Kurz ist der Abschied für die lange Freundschaft.” – Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans 3, 6/ Lionel

Ich wünscht, du würdest jetzt nur ein paar Häuser weiter wohnen. Um mit dir zu sprechen, bräuchten wir kein Telefon. Wir bräuchten keine Webcam, um dich zu sehen. Wir würden nachts betrunken Herzen an deine Hauswand sprühen. Jeden Morgen würdest du sie dir ansehen und an uns denken und ich sehe schon dein Grinsen dabei vor mir.

Nichts geht über unsere gemeinsamen verstreichenden Nächte voller Pläne und Fingerschwüre, die von dem neuen Morgen abgelöst werden. Ein Morgen, der so jung und wild, wie wir selbst ist und die müden Augen in der Straßenbahn, die auf die vorbeifahrenden Umrisse der Stadt starren. Drei Stationen wachhalten.
Nichts geht über unsere Gespräche – manchmal ernst, manchmal verrückt.

Du hast mich ein Stück weit wieder ins Leben geholt. Durch dich hab ich so wundervolle Menschen kennengelernt. Danke, mein Gänseblümchen !